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Sonntag, 8. Januar 2017

Reiseführer Peking (V): Restaurants

Temple Restaurant Peking Beijing

Wenn man möchte, kann man in Peking inzwischen ohne großen Aufwand völlig ohne chinesisches Essen über die Runden kommen. Man muß sich also nicht unbedingt auf die Vielfalt der chinesischen Küchen einlassen, die in der Hauptstadt ihr breites Spektrum präsentieren. Zum einen gibt es inzwischen eine große Präsenz der internationalen Ketten, insbesondere KFC, McDonalds und Starbucks. Zum anderen gibt es auch Pizzerien und andere europäische Restaurants. Aber das alleine ist natürlich etwas ignorant und man kann auch mit der chinesischen Küche als Europäer gut zurecht kommen, auch wenn sie in Peking natürlich nicht für den europäischen Gaumen 'optimiert' ist.

Die Küche aus den verschiedenen Regionen Chinas unterscheidet sich mitunter deutlich und auch Hühnerfüße oder ähnliche Dinge, die man vielleicht nicht unbedingt essen möchte, werden teilweise durchaus als Spezialität angesehen. Snacks vom Straßenrand sind oft unheimlich fettig und auch um das Fett an sich und um die Hygiene ist es nicht immer bestens bestellt. Wer seinen Magen schonen möchte, sollte damit etwas vorsichtig sein. Es lohnt sich auch zu versuchen, bei der Bestellung heraus zu bekommen, wie scharf etwas ist. Hier sind Chinesen weniger empfindlich als viele Europäer, man sollte etwas vorsichtig sein.

Außer chinesischer Küche gibt es mittlerweile auch eine Auswahl gehobener internationaler Restaurants mit internationalen Köchen. Auch außerhalb der großen Luxushotels.

Empfehlenswert und auch nicht ohne Grund unter den Top Platzierungen bei Tripadvisor ist das TRB, Temple Restaurant Beijing, 23 Shatan N St, Dongcheng (siehe Bilder). Eine Reservierung ist hier unerlässlich. Das Essen ist kreativ und von der Qualität vom Feinsten. Das Preisniveau ist dementsprechend auch auf international gehobenem Niveau. Auch das Ambiente ist ein Erlebnis. Die Betreiber haben eine im Ursprung 600 Jahre alte Tempelanlage, die heute in einem einfachen Wohnviertel liegt liebevoll restauriert und ausgebaut. Entsprechend verwundert ist man bei der Ankunft, weil man am Ende der verwinkelten Gasse, in der die Anlage liegt niemals ein Nobelrestaurant erwarten würde.



Günstiger und vom Ambiente etwas einfacher isst man im Schwesterrestaurant TRB Bites in unmittelbarer Nähe der verbotenen Stadt No.95 Donghuamen, Dongcheng District. Hier stimmt der Preis-Leistungsverhältnis 100%ig. Ähnlich wie beim Temple Restaurant würde man von außen auch nicht das vermuten, was einen innen überrascht. Ein echter Geheimtipp mit vorzüglichem Service und entspannter Atmosphäre.

Ein gutes Sushi-Restaurant ist das Brick and Wood in einem großen Shopping Center in Dongsi (Adresse No. 14 Qianliang Hutong, Off Dongsi Bei Dajie Dongcheng district). Hier gibt es sehr schmackhaftes Sashimi und Sushi sowie andere japanische Gerichte. Allerdings auch auf einem Preisniveau, wie man es eher von Europa kennt. Vorsicht: das Restaurant ist nicht ganz leicht zu finden, da es sehr weit hinten auf der oberen Etage des Centers liegt. Dementsprechend gibt es hier kaum Laufkundschaft.

Etwas einfacher, aber auch europäisch ausgerichtet ist die Kette Blue Frog, wo man gut einen Burger essen kann. Ein Vorteil der genannten Restaurants ist klar gegeben, wenn man ohne chinesisch-sprachige Begleitung unterwegs ist, da hier die Bedienungen zumindest teilweise englisch sprechen.

Generell beim Essen in China sollte man genauer überlegen, ob man wirklich Wein trinken möchte und wenn ja, zu welchem Preis und in welcher Qualität. Wein ist ganz klar ein Statussymbol in China und verhältnismäßig teuer. Das gilt selbst für chinesische Weine, die teilweise durchaus gewöhnungsbedürftig sind. Geschmacksache ist auch der chinesische Reisschnaps, den es in zahlreichen Preis- und Qualitätsstufen gibt, vom Fusel aus dem Plastikkanister bis hin zum mehrere hundert Euro teuren Edelbrand.

Bis zu welchem Grad man sich auf die chinesische Küche einlassen möchte, bleibt einem in Peking als relativ gesehen weit entwickelte Metropole weitgehend selbst überlassen. Aus Europa kommend ist sicherlich ein direkter Einstieg in die 'Straßenküche' eine harte Umstellung für den Magen. Aber in ein einfaches aber ordentliches chinesisches Restaurant in einem Hutong sollte man durchaus mal gehen.

Samstag, 10. Dezember 2016

Reiseführer Peking (IV): Leben in den Hutongs


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Das traditionelle Wohnkonzept in Peking bzw. in China ist der sog. ‚Hutong’, ein Viertel mit i.d.R. einstöckigen Häusern, das oberflächlich mit europäischen Augen betrachtet erstmal wie ein Slum aussieht. Aber zumindest im Zentrum von Peking keinesfalls eines ist, immerhin leben fast die Hälfte aller Hauptstadtbewohner in den Hutongs.

Viele Hutongs mußten inzwischen allerdings dem Bau von Wohntürmen und Bürogebäuden weichen, wozu es ja teilweise dramatische Zwangsumsiedelungsgeschichten gab und gibt. Ein durchaus zweischneidiges Schwert, wenn traditionelle Wohngebiete dem wirtschaftlichen Fortschritt geopfert werden. Andererseits ist es auch ein Stück weit der Gang der Dinge, schließlich ist die Flächennutzung bei einer Flachbauweise nicht optimal und Peking ist eine Wachstumsregion.

Aber auch die bestehenden Hutongs werden mehr und mehr ‚gentrifiziert'. Traditionell ist es so, dass im Hutong die Familien auf engem Raum wohnen, im wesentlichen einen Schlafraum und eine Küche pro Familie haben und sich einen Hof mit anderen teilen. Die Bebauung in Form eines Wohnhofs heißt in Peking und Umgebung Siheyuan. Toiletten befinden sich außerhalb der Häuser, i.d.R. öffentlich an der Straße. Es gibt zudem weitere Infrastruktur wie Bibliotheken und Plätze, die allgemein genutzt werden. Kleine Geschäfte ermöglichen es, dass man den Alltag bestreiten kann, ohne den Hutong verlassen zu müssen.














Die Wege im Hutong sind oft sehr eng und man muß etwas auf die Elektroroller, Elektroräder und sonstigen Fahrzeuge aufpassen, die oft leise und schnell die schmalen Wege entlang fahren. Inzwischen gibt es jedoch auch in den Hutongs durchaus sanierte Häuser, bei denen oft mehrere alte Wohnungen zusammengelegt wurden bzw. ein kompletter Siheyuan für eine Familie genutzt wird, dann allerdings i.d.R. von reichen Chinesen oder Ausländern. Teilweise werden die Flachdächer dabei für Dachterrassen oder auch weitere Aufbauten in zweiter Ebene genutzt.

Es ist auf jeden Fall lohnenswert, sich bei einem Besuch in Peking einen oder mehrere Hutongs anzuschauen. Neben der genannten Rücksicht auf Fahrzeuge sollte man beachten, dass Taxis i.d.R. nicht in Hutongs rein fahren, d.h. man geht vom Rand aus zu Fuß hinein. Zudem ist die Orientierung nicht ganz einfach, da doch vieles für unsere Augen ähnlich aussieht. Man sollte sich also vorher eine Route überlegen und dieser treu bleiben.

Sonntag, 27. November 2016

Reiseführer Peking (III): Tian'anmen Platz, Nationalmuseum und Mao Mausoleum

Platz des Himmlischen Friedens













Der Tian'anmen bzw. der ‚Platz der himmlischen Friedens’ hat 1989 traurige Berühmtheit durch die blutige Beendigung einer Demonstration erlangt. Es ist der zentrale Platz in Peking und kann in seiner Weitläufigkeit über 500.000 Menschen aufnehmen. Umgeben wird der Platz auf einer Seite vom Tor des Himmlischen Friedens (dem Zugang zur verbotenen Stadt), dem chinesischem Nationalmuseum, der Großen Halle des Volkes (Parlamentsgebäude) und auf der südlichen Seite von Maos letzter Ruhestätte, einem 1976 erbautem Mausoleum.

Die chinesische Regierung gibt sich alle erdenkliche Mühe, kritische Demonstrationen oder gar Anschläge auf dem Platz unbedingt zu vermeiden. Das spürt man deutlich an den für das Betreten eines Platzes äußerst hohen Sicherheitsvorkehrungen. Die wenige Zugänge, die es einem überhaupt ermöglichen auf den Platz zu gelangen, werden streng kontrolliert. An den Absperrungen steht alle paar Meter ein Polizist. Der Verkehr wird ebenfalls genau beobachtet und muß fließen.

Chinesisches Nationalmuseum













Lohnenswert ist auf jeden Fall ein Besuch im Nationalmuseum, auf welches die Chinesen zurecht sehr stolz sind (siehe Bilder). Thematisch versucht das Museum, mehr oder weniger die gesamt Menschheitsgeschichte abzudecken. Es entstand 2003 aus einer Fusion des Chinesischen Historischen Museums und des Museums der Chinesischen Revolution, welches sich vorrangig mit der jüngeren chinesischen Geschichte und der Kommunistischen Partei beschäftigte.

Wenn viele Besucher in der Stadt sind, sollte man rechtzeitig vorher online ein Ticket buchen (kostenlos). Ansonsten kann man sich mit seinem Pass relativ einfach ein Ticket an einem Schalter für ausländische Gäste holen. 2011 wurde das Museum erweitert und ist nun das größte Museumsgebäude der Welt. Die Gestaltung übernahm dabei das deutsche Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner. Aufgrund des riesigen Spektrums des Museums ist es schwer, eine Linie zu erkennen. Sehenswert ist auf jeden Fall der 'modernere' Teil der Dauerausstellung, bei dem man die Öffnung des Landes spürt, wenn auch verhalten (siehe Bild unten). Ansonsten fällt auf, dass einzelne Themenausstellungen gesponsored sind und auch nicht unbedingt in den Kontext passen. Von daher ist das Gesamtbild nicht mit europäischen Museumskonzepten vergleichbar, was jedoch auch nicht unbedingt schlecht sein muss, da man das gesamte Museum ohnehin nicht bei einem Besuch komplett erkunden kann.

Im chinesischen Nationalmuseum














Ein Besuch des Mao Zedong Mausoleums (kostenlos) ist kein absolutes Muss als westlicher Besucher der chinesischen Hauptstadt. Wenn man es doch tut, sollte man sich die Länge der Schlange davor anschauen. Und man sollte weder einen Rucksack, eine Kamera oder eine größere Tasche dabei haben, denn damit erhält man keinen Einlass. Es gibt zwar gegenüber beim Nationalmuseum eine Gepäckaufbewahrung, aber das ist natürlich eher umständlich. Im Mausoleum selbst geht es sehr zügig zur Sache. Man wird quasi im Besucherstrom durchgeschoben und kann dabei einen kurzen Blick auf den wachsartig erscheinenden Leichnam erhaschen. Stehenbleiben ist nicht vorgesehen, darauf achtet auch eine Vielzahl von Wächtern. Es halten sich Gerüchte, nach denen der Leichnam nicht echt ist, sondern aus Wachs. Wie dem auch sei, der in China immer noch vitale Mao-Kult sorgt dafür, dass das Mausoleum Besuchermassen anzieht.
Wenn man hinter dem Mausoleum den Tian'anmen Platz verläßt und doch ein Stadttor geht, kommt an in eine offensichtlich etwas für den Tourismus hergerichtet Straße, die ein wenig Altstadtcharme versprüht (siehe unten). Einmal abgesehen von der richtig alten Altstadt, den kaiserlichen Anlagen der verbotenen Stadt. Auch dort sind die Geschäfte schon teilweise westlich geprägt. Starbucks ist nahezu an jeder Ecke vertreten.

Sonntag, 20. November 2016

Reiseführer Peking (II): Die verbotene Stadt



Tempel verbotene Stadt Peking

Ein Must-See in Peking – anscheinend auch für nahezu jeden Chinesen – ist die verbotene Stadt. Das Areal der chinesischen Kaiser wurde im wesentlichen unter der Ming-Dynastie im 15. Jahrhundert aufgebaut und beeindruckt nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch die Ausgestaltung im Detail. Wenn man sich das Ausmaß der Anlage und die detaillierte Ausarbeitung der verzierten Gebäude anschaut, kann man sich vorstellen, welcher enorme Aufwand damals betrieben sein muss. Beeindruckend ist außerdem, daß hier die Kaiser bis ins 20. Jahrhundert hinein residierten. 


Man kann sich sehr gut vorstellen, wie abgeschirmt das Leben innerhalb der Mauern des mehrere Quadratkilometer großen Areals war. Wenn man die Stadt mit ihren Tempeln, Sälen, Versammlungsplätzen und Wohngebäuden betritt, fühlt man sich sofort in eine andere Welt hinein versetzt. Man sieht deutlich, wie die Stadt als weitgehend in sich geschlossenes System funktionierte. Von der Zufuhr von Nahrungsmitteln etc. einmal abgesehen. Dies sieht man an interessanten Details, wie den riesigen Kübeln mit Löschwasser, die im Winter durch Feuer von außen beheizt wurden, damit das Wasser nicht gefriert (siehe Bild).

Löschkübel in der verbotenen Stadt Peking

Für einen ersten Eindruck der verbotenen Stadt sollte man einen halben Tag einplanen. Im Sommer, wenn mehr Touristen dort sind, vermutlich länger. Wer genauer in Details einsteigen möchte, tut gut daran, mindestens einen Tag komplett einzuplanen und sich einer Führung anzuschließen oder einen Führer zu buchen. Das entweder vorab, oder auch vor Ort, falls jemand durch Sprachkenntnisse überzeugt. Die Tickets kosten derzeit 60,- RMB (für die meisten Chinesen sehr teuer!) kauft man am besten online vorab. Dabei muss man seine Passnummer angeben. Für was auch immer die chinesischen Behörden das benötigen, vielleicht dokumentiert der Besucher dadurch sein kulturelles Interesse. Kurz vor der Ticketkontrolle gibt es auf der rechten Seite einen kleinen Schalter, an dem man dann die Tickets abholen kann. Leider ist das nicht wirklich ausgeschildert, aber bei der Ticketkontrolle wird man dorthin verwiesen oder kann ggf. fragen, wenn man jemand erwischt, der zufällig Englisch spricht. Insgesamt muss man eine Stunde Zeit einplanen (in der Nebensaison), bis man wirklich in der verbotenen Stadt angelangt ist. Gleich ob man mit dem Taxi oder mit der U-Bahn kommt. Grund dafür sind die umfangreichen Sicherheitskontrollen, die vergleichbar mit denen an Flughäfen sind. Diese gibt es übrigens ebenfalls an jeder U-Bahn-Station in Peking, wenn auch etwas schneller und anscheinend oberflächlicher. Aber besonders gründlich und zusätzlich werden die Kontrollen eben zur verbotenen Stadt und auch für den Zugang auf den Tian’anmen Platz (Platz des Himmlischen Friedens) durchgeführt. Offensichtlich soll hier jegliche Terrorgefahr ausgeschlossen werden, was in Anbetracht der Menschenmassen jedoch eher ein positives Gefühl hinterlässt.

Mauer verbotene Stadt Peking

Mittwoch, 9. November 2016

Reiseführer Peking (I): Anreise und Hotel
















Die Reise nach China und insbesondere nach Peking stellt heutzutage keine große Herausforderung mehr da, aber es gibt dennoch einige Punkte zu beachten. Zunächst sollte man überprüfen, ob man einen Reisepass hat, der zum Reisezeitpunkt noch mindestens sechs Monate gültig ist. Dann sind Anreise und Unterkunft zu organisieren. Airbnb und Privatunterkünfte sind prinzipiell möglich. Dann muss allerdings der Gastgeber angebenen werden, das sollte man ggf. vor Buchung abklären. Einfacher ist es in jedem Fall, ein Hotel zu buchen. Wenn man nachher anders unterkommen möchte, sollte man einen stornierbaren Tarif wählen. Da man für das Visum nur eine Buchung, nicht aber Zahlungsbelege o.ä vorlegen muss, funktioniert das so als Alternative. Das Visum sollte man rechtzeitig (idealerweise spätestens 2-3 Wochen vor Anreise) bei einer der chinesischen Visastellen in verschiedenen deutschen Großstädten beantragen. Die Kosten liegen derzeit bei etwa EUR 125,-. Wenn man das Visum per Post zugeschickt bekommen möchte, kommt noch eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr hinzu. Bedenken sollte man auch, dass man den Reisepass für die Bearbeitungszeit bei der Visastelle abgeben muss und ihn für diese Zeit auch nicht nutzen kann


Generell sollte man bei der Hotelbuchung bedenken, dass die Standards in China durchaus noch anders sind, als in Europa. D.h. z.B., dass die – im wahrsten Sinne des Wortes – ‚Zentralheizung’ erst Mitte November angeschaltet wird. Wenn es vorher schon frisch ist, kann das in einer entsprechend nicht beheizten Unterkunft sehr ungemütlich sein. Dieses Problem hat man hingegen nicht in besseren Hotels.
















Ein empfehlenswertes Hotel ist das Regent, welches in der Nähe der verbotenen Stadt liegt und sich innen ein wenig wie eine moderne verbotene Stadt anfühlt. Dies insbesondere, wenn man ein Zimmer mit Zugang zum Regent Club bucht (Kategorie ab Executive Room aufwärts, je nach Tarif, siehe Bilder). Den Regent Club kann man den ganzen Tag nutzen, von einem separaten Frühstück ohne Trubel, über Snacks und Tee bis hin zu Drinks am Abend in ruhiger Atmosphäre. Selbst im Regent merkt man allerdings, dass China nicht das Land ist, welches das Bild von asiatischer Gastfreundschaft geprägt hat. Nicht das gesamt Personal ist wirklich freundlich – was allerdings zum Teil sicher auch an der Sprachbarriere liegt. Und auch organisatorisch sind noch nicht alle Punkte auf 5-Sterne-Niveau geregelt. So z.B., dass insbesondere morgens teilweise keine Taxis verfügbar sind. Oder das der Check-Out eine gefühlte Ewigkeit dauern kann. Nicht nur das Anstehen, sondern auch das Generieren und Ausdrucken der Rechnung. Aber ansonsten sind Sauberkeit und Standard auf dem Niveau eines amerikanischen Luxushotels.




Noch ein Tipp, der zwar auch in jedem Reiseführer steht, aber in der Praxis sehr relevant ist: wenn man am Flughafen angekommen ist, sollte man auf keinen Fall gleich mit einem der (Schwarz-)Taxi Fahrer mitgehen, die in der Ankunftshalle stehen. Aber auch draußen muß man aufpassen, dass man wirklich ein offizielles Taxi bekommt. Das gewährleisten auch die Platzanweiser nicht automatisch. Man muss also wirklich prüfen, ob es ein richtiges Taxi mit richtigem Taxameter ist. Alternativ kann man auch mit Bus und Bahn in die Stadt fahren, wobei die Bahn je nach genauem Ziel relativ lange braucht. In die Nähe der verbotenen Stadt sollte ein Taxi tagsüber ca. 100-120 CNY kosten, abends u.U. etwas mehr. Wenn man in einem größeren Auto gefahren werden möchte, sollte man sich vorab einen Transfer buchen. Das empfiehlt sich ggf. ab drei Personen, denn mit zwei Personen und zwei großen Koffern ist ein normales Taxi i.d.R. voll.

Für die Anreise gibt es zahlreiche Alternativen, die man genauer vergleichen sollte. Der Hinflug geht oft über Nacht. Hier bietet die Business Class natürlich den Vorteil, dass man halbwegs ausgeschlafen ankommt, was für den Rückweg tagsüber weniger wichtig ist. Von Deutschland direkt fliegt z.B. Lufthansa von Frankfurt und München und die chinesische Gesellschaft Hainan von Berlin aus. Wenn man umsteigt, gibt es natürlich zahlreiche weitere Alternativen, z.B. British Airways, KLM oder auch die Fluglinien aus dem Nahen Osten. Wie immer gilt: nach Angeboten schauen lohnt sich. Außerhalb der Hauptsaison sind Flüge günstiger. Der optimale Buchungszeitpunkt läßt sich nicht genau bestimmen. Teilweise gibt es gut Frühbucherangebote, aber auch 3-4 Wochen vorher kann es durchaus gute Preise geben, wenn die Flüge noch nicht ausgebucht sind.















Eine interessante alternative Unterkunft ist der neue Co-Living und Co-Working Space 5Lmeet, zu buchen beispielsweise über den airbnb Clon xiao zhu (siehe Bilder). Hier arbeiten Jungunternehmer an neuen Ideen, allerdings vom Umfeld schon auf gehobenem internationalen Level. Das Konzept erinnert zwar von der Logik an die alten Pekinger Wohnviertel (Hutongs) insofern, dass man auf kleinem Raum schläft und ansonsten gemeinsame Flächen nutzt zum arbeiten, essen, als Bibliothek etc. Vom Style könnte das 5Lmeet jedoch genauso gut in San Francisco stehen inkl. des originellen Restaurants und der schicken Dachterrasse mit Blick über ein richtiges Hutong ... Abgerundet wird das Ganze durch schicke Features wie ein Selbstbedienungsshop, bei dem man über die App WeChat zahlt, ohne Personal. Oder im Living-Bereich die Türöffnung, die über Gesichtserkennung funktioniert.





Montag, 3. Oktober 2016

Reiseführer Kreta: Agios Nikolaos















Kreta erfreut sich als Reiseziel wieder großer Beliebtheit. Hier spürt man nichts von Griechenland-Krise oder Terrorängsten, sondern die Insel wirkt gut besucht, und zugleich entspannt und bewährt griechisch gastfreundlich.
Natürlich gibt es auf Kreta viel zu entdecken, aber auch für einen reinen Badeurlaub ist die Insel sehr zu empfehlen. Von der Reisezeit her sind Mai/Juni und September/Oktober besonders schön, wenn man nicht gerade auf starke Hitze aus ist. Später im Jahr nehmen allerdings die Winde tendenziell zu. Das muss man mögen, oder aber richtig damit umgehen.

An Kretas Nordküste haben sich einige große Luxushotels angesiedelt, die sich teilweise auf eine sehr wohlhabende Klientel spezialisiert haben. Das gilt besonders für die Resorts in Elounda, bei denen man auch sechsstellige Beträge für drei Wochen Urlaub investieren kann, wenn man es darauf anlegt. Nicht weit von Elounda (was auch ein kleiner Ort ist) befindet sich die Kleinstadt Agios Nikolaos, die so etwas wie das Zentrum der ansonsten dünn besiedelten Region ist. Fährt man die Landstraße von Agois Nikolaos aus Heraklion kommend weiter, so erreicht man nach gut 7 km das Daios Cove Resort, welches sich über eine eigene Bucht erstreckt. Diese Anlage muss sich hinter den meisten Hotels in Elounda nicht verstecken, ist jedoch vermutlich aufgrund der Lage abseits des Hotspots günstiger. 
Interessanterweise war in meinem Fall der Preis einer direkten Buchung über die Hotel-Website weitaus höher als der Preis bei Buchung über einen Veranstalter (hier airtours). Die Pauschalangebote mit Flug waren allerdings nicht so gut (entweder unattraktive Flugzeiten oder hohe Preise). Am Ende war die Kombination einer Hotelbuchung über airtours, eine Flugbuchung direkt bei Aegean und bei Condor für Hin- und Rückflug sowie eine Direktbuchung bei einem lokalen Taxianbieter die günstigste und bequemste Kombination.


Wohnen kann man in Deluxe Zimmern mit verschiedenen Lagen und Ausblicken (siehe Bilder, mit Meerblick, höher gelegen), oder auch in größeren Suiten, teilweise mit eigenen kleinen Pools oder in Villen. Das Ausmaß der Anlage sieht man von oben von der Landstraße nicht. Sie erstreckt sich komplett über eine Bucht und verfügt über einen Privatstrand mit grobem Sand. Damit die Wege in der Anlage nicht zu weit werden, kann man sich auf Wunsch mit Golfcarts fahren lassen. Zudem gibt es eine Art Mini-Seilbahn, im Prinzip ein schräger Aufzug, der die Lobby mit dem unteren Teil der Anlage und dem Pool und dem Strand verbindet.


















Die Zimmer sind sehr komfortabel ausgestattet und schon in der kleinsten Kategorie großzügig geschnitten. Dem 5-Sterne Standard wird hier Rechnung getragen, indem neben der täglichen Grundreinigung abends einmal aufgefrischt wird.
Zum Essen stehen verschiedene Restaurant zur Auswahl. Wenn man Halbpension bucht, gibt es abends Buffet im großen Hauptrestaurant Pangea. Das klingt erstmal nicht besonders attraktiv. Die Räume und Terrassen sind jedoch so abgeteilt, dass es insgesamt kein zu großer Rummel wird, selbst wenn das Hotel gut gebucht ist. Die Qualität des thematisch wechselnden Buffets ist für die gekochten Mengen überraschend gut. Aber man kann auch a la carte essen: griechische Küche in der Taverne und gehobene Mittelmeerküche im Ocean Restaurant. Tagsüber kann man sich auch direkt am Strand oder am Pool stärken.















Hinsichtlich der doch gesalzenen Preise für Essen und Getränke kostet es evtl. etwas Kraft, die notwendige Gelassenheit zu entwickeln. Normales 'Industrieeis' für mehr als EUR 5,- ist halt doch ein wenig über das Ziel hinaus geschossen. Für etwas besonders gutes gut zu bezahlen ist eine Sache. Aber für gewöhnliche Dinge wie ein Magnum oder Sonnenmilch einen Faktor 5 über Marktpreis zu bezahlen, schmerzt halt schon. Ansonsten kann man sagen, dass die Anlage in Wirklichkeit fast besser ist, als sie im Internet präsentiert wird. Der Strand ist klasse und die Lage des Infinity Pools auf halber Höhe in der Bucht fantastisch. So verteilt sich auch die relativ große Anzahl der Gäste entspannt in der Weitläufigkeit der Anlage.

Wer mal andere Bäume sehen möchte, ist schnell mit dem Taxi oder Mietwagen in Agios Nikolaos. Hier kann man schön einkaufen, z.B. schöne Dinge aus Olivenholz oder auch gute Weine von der Insel. Entspannt originelle Getränke trinken kann man unten am Hafenbecken beim Lokal Zygos. Der Ort scheint eine gute Balance gefunden zu haben als zentrale Anlaufstelle der Griechen aus der Region und der Touristen aus der Umgebung. Auch wenn man aus dem Daios Cove nicht raus 'muss', weil alles da ist, bietet sich auf jeden Fall ein Abstecher nach Agios Nikolaos an.
Insgesamt ein perfektes Urlaubsziel für einen entspannten Badeurlaub.

Dienstag, 9. August 2016

Reiseführer Bayern: Ausflug zur Maxhütte in Wallgau




Der Ort Wallgau liegt malerisch am Rande des Isartals gut 15 km von Garmisch entfernt, unweit des Walchensees. In der Region gibt es zahlreiche Möglichkeiten zu Wandern und ein sehr gut ausgebautes Wegenetz.
Eine sehr einfache Tour führt von Wallgau aus direkt in knapp einer halben Stunde hinauf zur Maxhütte. Wenn man mit dem Auto kommt, parkt man am besten kurz nach dem Ortsausgang in Richtung Walchensee rechts auf einem kleinen Wanderparkplatz und folgt dem ausgeschilderten Weg durch den Wald. Kurz vor der Maxhütte begrüßen den Gast schon ein paar Ziegen, die dort in einem umzäunten Areal leben.
Wer etwas länger laufen möchte (ca. zwei Stunden), der startet am Haus des Gastes im Ort Wallgau und folgt dem nach einer berühmten Tochter des Orts benannten Magdalena-Neuner-Panoramaweg. Neben einer tollen Aussicht kann man sich hierbei auf Schautafeln über die wesentlichen Stationen der sportlichen Karriere der Biathletin informieren. Auch über diesen Weg erreicht man die Maxhütte.
Der Ausflug empfiehlt sich bei schönem Wetter, da man dann draußen sitzen kann und einen herrlichen Ausblick über das Tal auf das das Karwendel- und Wettersteinmassiv sowie die Zugspitze hat. Wer mit Kindern unterwegs ist, profitiert zudem von einem netten Spielplatz, der eine Weile Beschäftigung bietet. Kulinarisch bietet die Hütte keine großen Überraschungen, weder positiv noch negativ. Es gibt typisches Hüttenessen: Würste, Suppen und Brotzeiten in guter Qualität und üppiger Portionsgröße. Vom Service sehr freundlich und aufmerksam, man wird am Platz bedient. Insgesamt fällt der Ausflug in die Kategorie Genußwandern und ist auch für Ungeübte ohne große Anstrengung bestens machbar. Wer die Tour verlängern möchte, kann entweder direkt von der Maxhütte aus auf der Höhe weiter wandern, oder aber nach dem leichten Abstieg direkt in Wallgau einen Abstecher an die Isar machen, die hier noch eher ein großer Bach ist, auch weil ein Teil des Wassers für das Walchenseekraftwerk abgezweigt wird. Aber sie fließt hier sehr schön in ihrem breiten, natürlichen Kiesbett.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Reiseführer Spanien: Barcelona



Barcelona hat weiterhin eine magische Anziehungskraft auf Besucher und auch Menschen aus anderen Ländern, die sich dauerhaft dort niederlassen. Besonders aus Deutschland und England hat sich hier eine kreative Community angesiedelt, die gut eingespielt zusammen leben und zusammen arbeiten. Das liegt nicht nur am reichen kulturellen Erbe der Stadt, die schon lange touristische Anziehungspunkte sind. Wie z.B. die Sagrada Família von Gaudi, an der kräftig weitergebaut wird und die 2026 fertiggestellt werden soll. Es ist die Vielfalt der Stadt und ihrer Bewohner, die eine besondere Anziehungskraft ausüben. Vielfalt insofern, als dass man sowohl die Infrastruktur einer Großstadt vorfindet, aber auch eine reizvolle Lage direkt am Meer hat. Man kann tagsüber über bunte Märkte schlendern und sich abends in ein abwechslungsreiches Nachtleben stürzen. Und die stolzen und ehrgeizigen Katalanen verspüren häufig eine geistige Nähe zu Mitteleuropa, was sich in Stadtbild und Arbeitsweise widerspiegelt. Was man beachten sollte: am Wochenende ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere der U-Bahn, nicht viel los. Einige Linien verkehren nur sehr sporadisch und die Busse sind eher eine Alternative für Einheimische oder Liebhaber der Details in Fahrplänen. Ansonsten heißt es: viel laufen oder mit dem Taxi fahren.
Kulinarisch hat die Stadt ein sehr breites Spektrum zu bieten. Typische regionale Küche auf gehobenem Niveau gibt es z.B. im Cachitos (es gibt davon drei Restaurants, hier das auf der Hauptverkehrsachse Diagonal). Hier gibt es eine große Auswahl, z.B. auch gute und nicht 'touristische' Paella. Und es ist später am Abend einiges los an der Bar.
Hotels gibt es wie Sand am Meer, in allen Preisklassen und Designvarianten. Eine moderne und vergleichsweise preisgünstige Wahl ist das Pol & Grace Hotel, Guillermo Tell, 49, 08006 Barcelona. Die Zimmer sind kein Raumwunder (siehe Bild) und auch die Frühstückszeiten könnten früher beginnen und später enden. Aber der Service ist nett und sehr hilfsbereit und das Ambiente modern und sauber. Die Lage ist nicht ganz zentral, aber auch nicht wirklich außerhalb, so dass man von hier aus die Stadt gut erkunden kann. Zentraler werden die Hotels sprunghaft teurer, so dass das Pol & Grace durchaus ein guter Kompromiss ist, wenn man tagsüber viel unterwegs ist.



Mittwoch, 11. November 2015

Reiseführer Tirol: Kitzbühel / A-ROSA Hotel















Kitzbühel besticht als Reiseziel auch außerhalb der Skisaison (siehe auch hier im Blog den Beitrag zu Jochberg und den weiteren Beitrag zu Kitzbühel). Dies vor allem auch dadurch, dass die touristische Infrastruktur wie Restaurants und Bergbahnen weitgehend in Betrieb ist.

Ein schöner Ausgangspunkt ist das A-ROSA Hotel. Dieses ist auch, aber nicht nur, bei Golfern wegen seiner Lage direkt im Golfplatz beliebt.
Zimmer und Einrichtung versuchen, alpenländisches Ambiente und moderne Akzente zu verbinden. Insgesamt etwas in die Jahr gekommen, aber immer insgesamt ein guter Standard. Der Service ist sehr gut und aufmerksam. Das Essen vom Buffet ist vielfältig und von solider Qualität, allerdings keine Spitzenküche. Abwechslung bietet alternativ das Steakhouse auf dem Golfplatz, welches unterirdisch erreichbar ist. Gemütliche Ecken gibt es im Barbereich, wenn auch die abendliche Live-Musik sicher nicht immer jedermanns Sache ist. Sehr schön der Spa-Bereich, eine Spezialität der A-ROSA Hotels. Ein kombinierter Innen- und Außenpool macht bei jedem Wetter Spaß, schön bei Sonne ist die Liegewiese draußen. Dazu eine reichhaltige Auswahl an Saunen, die keine Wünsche offen läßt.
















Frühjahr, Sommer und Herbst laden in Kitzbühel zum Wandern ein. Ein Vorteil ist dabei die für einen Alpenort relativ niedrige Höhenlage von ca. 760m, was für den Schnee im Winter natürlich ein Nachteil ist. Ansonsten bietet die Lage den Charme höherer Temperaturen und bis in die Höhenlagen saftiges Grün und Almatmosphäre.
Neben dem klassischen Ausflug auf den Hahnenkamm gibt es zahlreiche weitere Ausflugsmöglichkeiten. Z.B. vom Ziel nahe beim Hahnenkamm gelegen, aber deutlich weniger überlaufen, die Fleckalmbahn. Ein schönes Ziel von der Bergstation aus ist die Melkalm. Ein schmaler, aber nicht gefährlicher Pfad durch den Wald und schließlich über Wiesen führt dorthin. Herrlich ist bei gutem Wetter die Sonnenterrasse. Die Qualität stimmt auch, alles sehr bodenständig und frei von den sonst in Kitzbühel präsenten Einflüssen des Publikums aus München und Wien.
Anders geht es bei der ebenfalls von der Bergstation (oder mit dem Auto) erreichbaren Maierl Alm zu. Hier geht der gastronomische Anspruch über die Tiroler Wurzeln hinaus und es gibt eine erlesene Wein- und Champagner Auswahl. Qualitativ jedoch nichts auszusetzen und auch die Lage ist herrlich, wenn es auch auf der Melkalm deutlich uriger ist.
Noch schicker geht es vom Publikum bei der bekannten singenden Wirtin Rosi mit ihren Sonnenbergstuben her, zu erreichen mit dem Auto oder über den Bichlalm-Sessellift, auch schön zu erwandern. Die einfachen Wurzeln des Lokals lassen sich durchaus noch erahnen, werden aber mittlerweile überlagert durch das Schicki-Publikum. Schön ist dennoch, dass auch der neue Gast herzlich empfangen und gut bedient wird. Rosi kümmert sich dabei persönlich um das Wohl der Gäste, eine angenehme Bodenständigkeit ist insofern geblieben.
Ein weiteres Auflugsziel erreicht man mit der Hornbahn, die ebenfalls auch im Sommer im Betrieb ist. Hiermit erreicht man den schönen Alpenblumengarten, mit über 400, teils sehr seltenen Blumenarten. Zahlreiche weitere Wanderziele bieten sich zusätzlich von hier aus an. Weniger inspirierend sind leider die Hütten am Horn, die eher gastronomische Großbetriebe sind.
Insgesamt erschließt sich einem in Kitzbühel im Sommer und Herbst die grüne Seite Tirols, was wirklich sehenswert ist. Und es ist dennoch etwas los und viel offen, ohne dabei überfüllt zu sein.
 


Freitag, 12. Juni 2015

Reiseführer Österreich: Bad Hofgastein / Das Goldberg
















Ein klassisches Reiseziel für Kurgäste in Österreich ist seit langer Zeit das Gasteinertal, mit Bad Hofgastein und Bad Gastein als bekanntesten Orten. Allerdings sind dort inzwischen nicht nur die Gäste, sondern auch viele Hotels und andere öffentliche Einrichtungen etwas in die Jahre gekommen. Vielerorts sieht man vergangene Pracht und verblichenen Charme. Unverändert reizvoll ist hingegen die Lage und die Landschaft der einst so populären Orte. Praktisch ist auch die Zuganbindung, was ja in den meisten Alpentälern nicht direkt gegeben ist.

Glücklicherweise gibt es inzwischen einige Hoteliers und Gastronomen, die in dieser schönen Umgebung wieder investiert haben und so alten Gebäuden zu neuem Glanz verhelfen oder auch völlig neue Hotels erbaut haben. So geschehen beim Hotel ‚Das Goldberg’ in Bad Hofgastein, welches zwar auf wenigen alten Grundmauern fußt, aber doch komplett neu und modern gestaltet an einem Hang über dem Ort thront.

Das Goldberg kommt optisch angenehm frisch und doch durch viel Holz regional angepaßt daher. Das Personal wirkt bei Ankunft antrainiert überfreundlich, abends im Restaurant dann allerdings wesentlich entspannter. Das Essen ist originell und von guter Qualität. Das gilt auch für das Frühstück. Keine kreative Spitzenküche, aber verfeinert österreichisch.

Die Zimmer sind ebenfalls modern gestaltet, viel mit Holz und Stein. Die größeren Kategorien haben zudem großzügige Balkons, auf denen man bei schönem Wetter gut Zeit verbringen kann. Nach hinten raus hat man nicht allzu viel Aussicht, dort geht es direkt steil den Berg hinauf. Auf der Talseite befindet sich direkt unter dem Hotel die Zugstrecke, was man in den Beschreibungen und Bildern so nicht sofort sieht. Züge kommen eher selten und auch der Steigung geschuldet langsam, aber man bekommt es an dieser Seite natürlich mit. Das ist auch draußen auf der Wiese vor dem Spa-Bereich der Fall, aber aufgrund der niedrigen Zugfrequenz im Tal durchaus zu verschmerzen.

Der Spa-Bereich ist schön angelegt, mit einem warmen Becken außen mit Einstieg innen und einer Saunalandschaft inkl. Panoramasauna mit großer Glasfront. Etwas beengt ist der Platz zum Entspannen. Zumindest wenn man wetterbedingt nicht draußen liegen kann. Hier wurde nicht großzügig genug geplant.

Die Behandlungen werden sehr fachmännisch durchgeführt und haben ein im Vergleich zu anderen gehobenen Hotels ein faires Preis-Leistungsverhältnis.

Schön an der Lage ist im Sommer, daß man direkt vom Hotel aus loswandern kann und gleich in saftigen Wiesen startet. Ein sehr schöner Ort, der für ein paar entspannte Tage in den Bergen absolut zu empfehlen ist.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Gastbeitrag: Ultimative Anleitung zur Entspannung – Die 5 Besten Spas in Abu Dhabi


Ich muss gestehen, ja ich liebe Wellness. Ich meine wirklich, liebe im Sinne von wahrer Liebe. Dieser Moment, wenn du ein Spa betrittst und plötzlich legt sich dieser Schalter um, der Schalter, der sonst auf Hochbetrieb steht: Arbeit, Stress, Rechnungen, et cetera. Und dann ist da nur noch diese unendliche Ruhe. Normalerweise kann ich sehr hektisch und hyperaktiv sein, doch der Moment, indem ich ein Spa betrete, der verändert alles. Die absolute Gelassenheit. Wer möchte nicht, diese Ausgeglichenheit spüren? (Oder einfach nur eine hektische Freundin, einmal ruhig stellen?) Einfach den Schalter umlegen, Alltag ausschalten, Entspannung einschalten.

Dann wiederum, wo kann man die besten Spas finden? Ich meine, heutzutage ist das quasi wie eine Invasion der Wellness-Centres (glücklicherweise). Bevor du jetzt verzweifelt zum Internet greifst und nach den besten Spas googelst, lass mich dich doch durch meine Erfahrung ins Wellness Paradies nach Abu Dhabi führen. Denn wirklich, ich bin eine professionelle Spa-Besucherin (manche würden es vielleicht auch als 'süchtig' bezeichnen) und daher kann ich dir versichern, Abu Dhabi hat die besten Kurorte zu bieten. Ganz klar also, erstmal ins Flugzeug von Frankfurt nach Abu Dhabi, und dann hier die Anleitung zu absoluter Entspannung:





1. Sense, Rosewood

Jedes Mal wenn ich das Sense Rosewoods Spa besuche, fühle ich mich 10 Jahre jünger. So sollte das natürlich sein, wenn man ein Spa besucht, trotzdem ist der Aufenthalt im Sense Rosewood doch etwas anders als in normalen Spas. Es hat nicht nur alles zu bieten, was dein nach Entspannung sehnendes Herz sucht, ob nun Massagen, Cremen, Säfte oder Tees. Sondern das Sense Rosewood hat ein Geheimnis: die Mitarbeiter, die aus der ganzen Welt kommen und ein professionelles Training hinter sich haben, passen die Behandlung komplett auf deine Bedürfnisse an und dabei (jetzt das Geheimnis) benutzen sie Techniken und Inhaltsstoffe für die Cremen, die auf Traditionen aus dem Nahen Osten beruhen – und das in einer luxuriösen Umgebung. Was braucht man mehr?



2. Talise Spa, Etihad Towers

Tradition klingt natürlich super, doch was wirklich der beste Weg in Richtung Entspannung ist, ist und bleibt das Getummel der Stadt hinter sich zu lassen. Und somit ist das Jumeirah Spa genau das Richtige. Nicht weit von der Stadt (also keine großen Anstrengungen, um dort hin zu gelangen – immerhin ist das Ziel der Reise absolute Erholung und Entspannung vor dem Spa ist Entspannung während und nach dem Spa), doch weit genug, um wirklich abzuschalten. Abgesehen davon ermöglicht die friedliche und beruhigende Atmosphäre (ernsthaft, ich wusste nicht, dass ein so ruhiger Ort auf dieser hektischen Welt noch existiert), sich komplett auf sich selbst zu konzentrieren und somit hatte ich schon die ein oder andere Eingebung. Für jeden, der nicht nur Erholung sondern auch Selbstfindung sucht (oder gar vor einer wichtigen Entscheidung steht).



3. Emirates Palace Spa, Emirates Palace

Der Emirates Palace, bekannt als eines der außergewöhnlichsten Hotels, hat nicht nur essbares Gold und anderen Luxus zu bieten, aber er kann dir auch zu einer einmaligen Erfahrung verhelfen: eine Entspannung, die sicherlich länger als einen Tag anhält. Nimm nicht nur teil an einer Reise zu dir selbst und erlebe eine Rückkehr in ein neues Leben (dein Körper hat sich noch nie so gut angefühlt). Sondern genieße auch eine Reise in die Kultur und Traditionen Abu Dhabis, denn die magischen Hände der Mitarbeiter des Emirates Palace Spas bedienen sich altehrwürdigen Techniken wie unter anderem die Hammam Behandlung. Quasi eine Kombination aus Erholung, Wiedergeburt, und Geschichte. Daneben noch meine persönliche Empfehlung: die Pärchen-Angebote ausprobieren, das frischt nicht nur jede Beziehung auf, sondern beseitigt auch jeglichen Stress beiderseits.



4. ESPA, Yas Island Viceroy

ESPA, gegründet von Susan Harmsworth im Jahre 1993, ist nicht nur weltweit bekannt und hat Ableger an den verschiedensten Orten (sowie in Abu Dhab), aber arbeitet auch nach den höchsten Ansprüchen, bietet atemberaubende Behandlungen und verfügt somit über ein hochqualifiziertes und professionelles Personal. Wenn du bisher an meinem Gutachten gezweifelt hast, dann kannst du zumindest auf ESPA und seine Auszeichnungen vertrauen. Dazu kommt noch, dass man von ESPA eine überwältigende Aussicht auf die Yas Marina F1 Strecke hat, natürlich hindert das keinesfalls davon, absolute Ruhe und Entspannung zu finden (es gibt dem ganzen nur ein gewisses Extra). Und wenn es dir danach verlangt, dann buche doch einfach die Presidential Treatment Suite, die über ein Dampfbad mit Regendusche, Kinesis Fitness Ausstattung, Farbtherapie und vieles mehr verfügt. Na toll, jetzt möchte ich unbedingt wieder zum ESPA und dabei habe ich noch nicht mal alles aufgelistet, was es zu bieten hat.



5. Chi, Shangri-La

Von Traditionen, die bei Spa Behandlungen integriert werden, haben wir ja nun schon einiges gehört. Nichts Neues mehr, was aber, wenn ich dir jetzt sage, dass das Chi Shangri-La Spa sich nicht nur auf Traditionen beruft, sondern auch auf die Shangri-La Legenden. In eine mystische Welt des Friedens und der Wiedergeburt tauchen (daneben sehen gewöhnliche Traditionen ja fast schon blass aus). Und dazu sind noch alle Methoden auf natürliche Produkte und Heilungspraktiken gestützt wie die Anwendung des arabischen Kaffees (wirkt Wunder bei Cellulite). Ach, ganz nebenbei bemerkt, Chi hat es auf Platz 1 der beliebtesten und besten Spas des Jahres 2014 im 'What's On Abu Dhabi guide' geschafft (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl).

Wenn es dir jetzt genauso geht wie mir, vielleicht sollten wir uns einfach zusammenschließen und in die Welt der Entspannung nach Abu Dhabi fliehen. Ich meine, wie kann man jetzt noch auf seinem Stuhl sitzen bleiben? Tschüss Hektik, Tschüss Stress, Hallo Erholung! Hallo Abu Dhabi!